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Dirigenten – Meisterkurs 2010 in Knappenberg/Kärnten

Eine Woche im Dienste der Leidenschaft


Meisterkurs Tag 1 [Sonntag, 28.03.2010]

„So – das ist Knappenberg! Nach der Schotterstraße kommt eine Kurve, danach das Geozentrum und eigentlich ist man dann aus dem Ort schon wieder draußen!“

Auf diese Weise trafen wir am Sonntagnachmittag in Knappenberg (Kärnten) ein. Um vorweg gleich das „WIR“ näher zu erklären: „WIR“ sind die Gruppe junger, dynamischer, wissbegieriger und aufnahmefähiger Kapellmeister-Lehrlinge. Lehrlinge, weil wir seit Oktober die Ausbildung unter den wachsamen Augen von Thomas Weinzerl genießen und diese in ca. einem Jahr abschließen werden. „WIR“ bestehen aus: Christiane, Karin, Nadine, Sarah, Andreas, Christian und Christoph – eine besondere Gruppe, die durch die gemeinsame Woche zusammengeschweißt wurde, aber dazu später!

Knappenberg ist schon seit mehreren Jahren der Kursort für den Dirigenten-Meisterkurs des Österreichischen Blasmusikverbandes. Organisiert wurde der Kurs von Thomas Ludescher, welcher Andreas Spörri und Norbert Hebertinger für die Weitergabe von fachlichem Wissen und Erfahrung gewinnen konnte. Anmelden konnte man sich als aktiver Teilnehmer (A-Kurs), oder passiver Teilnehmer (B-Kurs). Zum A-Kurs wurde, von jedem Bundesland Österreichs, eine teilnehmende Person entsendet um mit dem Kursorchester, der Militärmusik Kärnten unter der Leitung von Sigismund Seidl, unter der aufmerksamen Beobachtung von Maestro Andreas Spörri, zu arbeiten. Die teilnehmenden Personen des B-Kurses hatten die Möglichkeit den A-Kurs TeilnehmerInnen über die Schultern zu schauen. Weiters wurden „Infosplitter“ angeboten. Infosplitter waren Einheiten mit besonderen Schwerpunkten wie z.B. zur Schlagtechnik, modernen Unterhaltungsmusik uvm.

Nachdem wir angekommen waren, wurden wir von dem Sonnenschein Anne Rosa, die im Laufe der Woche des Öfteren für heitere Stimmung sorgte, an der Rezeption begrüßt. Die erste Einheit mit Maestro Andreas Spörri stand auf dem Programm und hatte den Titel: „Dirigieren – der menschliche Körper als Instrument“. In dieser Einheit konnten wir den Maestro das erste Mal hautnah hören, sehen, beobachten – erleben. Gemeinsam arbeiteten wir an unserem Dirigierbild und an unserer Körper-Grundhaltung. In diesen Stunden wurde uns vor Augen gehalten, wie wichtig unser Körper, unsere Körperwahrnehmung und unser Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden „Dingen“ sind. Beeindruckend war vor allem die Menschlichkeit von Andreas Spörri, der vor allem uns Anfängern vieles näher bringen konnte. Die Quintessenz der Einheit war, dass die Grundposition des Dirigierens die wichtigste ist und dass die Grundlinie nur für bestimmte Ausdrucksweisen verlassen werden soll. Alles in allem war schon der erste Tag sehr intensiv und einprägend. Auch am Abend drehten sich die meisten Gespräche rund um das Dirigieren. So stand die erste Nacht unter dem Motto: „Heut‘ mach‘ ich mir kein Abendbrot, heut‘ mach ich mir Gedanken.“ (Wolfgang Neuss)





Meisterkurs Tag 2 [Montag, 29.03.2010]

Talent arbeitet. Genie schafft.“ (Robert Schumann)

Nachdem die erste Nacht und die ersten Träume vom intensiven Vortag überstanden waren, begann Tag 2 mit der nächsten Einheit von Andreas Spörri. Als erstes wurden die Basics des Vortages wiederholt. Anschließend ging es reibungslos über in das Partiturstudium des ersten Stückes: Wolfgang A. Mozart: Serenade in c-Moll für 8 Bläser. Für uns spannend war nun, dass der erste A-Kurs Kandidat mit den 8 Musikern der Militärmusik arbeiten konnte – oder auch nicht, denn allein mit den ersten 5 Takten wurde ca. 1 Stunde lang gearbeitet. Gerade als Kapellmeister-Lehrling steht man nach diesen Ausführungen vor vielen Fragen. Die wohl häufigsten daraus: Wie kann man das alles sehen? Wie kann ich mir das alles merken? Und die wichtigste aller Fragen – Werde ich jemals soweit kommen? Trotz all der Fragezeichen konnten wir aber sehen, dass sich diese intensive Auseinandersetzung gelohnt hat!

Thomas Ludescher referierte danach im ersten Infosplitter über die Grundlagen der Schlagtechnik und Auswirkungen der Bewegungsabläufe. In dieser Einheit wurde klar, wie intensiv sich Herr Ludescher mit seinem Fach auseinandersetzt und welche Leidenschaft er dafür entwickelt. Sehr gewinnbringend waren für uns vor allem Tipps, wie zu Hause geübt werden kann – auf verschiedene Arten und Weisen. Beruhigend war, dass auch ein so erfahrener und angesehener Dirigent wie Thomas Ludescher übt und sich die Zeit nimmt, sich zu verbessern. Er selbst hat es uns sehr gut mit folgendem Satz näher gebracht: „Instrumentalisten üben um besser zu werden, wieso sollten wir Dirigenten also nicht üben?“ und dem kann nichts mehr hinzugefügt werden.

Auch der letzte Block des 2. Tages, für Kurs B, wurde von Thomas Ludescher gestaltet. „Die Qual der Wahl! – Alles um Literatur“ lautete der Schwerpunkt dieser Einheit. Die Suche von Literatur zählt zu Ludeschers Hobbys. Dabei beschränkt sich die Suche aber nicht auf den deutschsprachigen Raum, sondern verteilt sich über die ganze Welt – immer auf der Suche nach Neuem, Unentdecktem, was sehr plakativ vor Augen führte, dass noch viel mehr zur Verfügung steht, als man erahnt hätte und dass es durchaus wertvoll ist, Gewohntes zu verlassen, um Neues zu entdecken.

Und so ging auch der zweite Tag zu Ende. Mit der Erkenntnis, dass es für uns Vieles zu entdecken, aber noch mehr zu LERNEN gibt!




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Jahresprüfung im Hauptfach Dirigieren / 1.Semesterprüfung_Februar 2010.